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Dieses Plädoyer der Projektgruppe „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, welches zugleich unser Leitbild darstellt, entstand im Rahmen der Auftaktveranstaltung des Universitätstages am 12. März 2015. Das Rahmenthema der Veranstaltung waren Grenzen. Das Plädoyer folgte einem Sketch, in dem ein Homosexueller und ein Rollstuhlfahrer versuchen sich über eigene und fremde Gruppenzugehörigkeiten und damit verbundene Benachteiligungen, gegen- seitig zu übertreffen, um Sonderrechte zu legitimieren.


Liebe Menschen,

Sie wundern sich vielleicht über diese ungewohnt unkonventionelle Begrüßung – und Sie fragen sich vielleicht auch, wie das jetzt mit der Szene zusammenhängt...

Das würde ich Ihnen gerne erklären: Sie – und ich vielleicht auch – wir denken gerne in Kategorien, oder Schubladen oder Klischees... Und das ist ja auch so schön, denn das macht uns das Leben so unglaublich einfach.

Aber ich verrate Ihnen ein Geheimnis, das meine Eltern mir – und wahrscheinlich auch Ihre Eltern Ihnen – schon mal verraten haben: Das Leben ist nicht immer einfach!

Und ich verrate Ihnen noch etwas: Ich bin Muslima! Bitte schalten Sie jetzt den Fluchtreflex aus und stecken Sie mich jetzt nicht in Ihre Muslimen-Schublade!

Denn das Denken in Schubladen, Kategorien, Klischees oder Stereotypen ist auch ein Denken in Grenzen – auch, wenn es vielleicht einfacher wäre.

Was nehmen wir DEM Behinderten, DEM Schwulen, DER Lesbe, DEM Dunkelhäutigen, DER MUSLI- MA, wenn wir sie alle auf eine Facette ihres Seins begrenzen?

Aber vor allem, was nehmen wir uns? Wir nehmen uns die Chance, Menschen kennenzulernen, die anders sind als wir; die uns zeigen, was hinter unseren vielschichtigen Grenzen noch existiert. Und was so einfach und logisch klingt, ist zugleich so unglaublich schwer für Viele, dass es ebenso traurig ist....

Ein Beispiel: Meine Familie hat in den 1970er-Jahren auch Grenzen überschritten, und zwar die nach Deutschland, indem sie hier als Gastarbeiter eine Heimat gefunden hat. Sie und auch ich, wir wurden bzw. werden in unserem Alltag immer mal wieder mit Vorurteilen konfrontiert – aber müssen wir das? Gehört das als Muslima dazu?

Wie wir gerade sehen konnten, ist meine Familie keine Ausnahme; Unterscheidungen werden oft instrumentalisiert, in Bezug auf viele Gruppen: In der kurzen Szene wird das Denken in Grenzen als Begründung für Sonderrechte betrachtet, weil man einer bestimmten Gruppe angehört – an vielen anderen Stellen wird es als Begründung für Ent- rechtung und Diskriminierung betrachtet, weil man einer bestimmten Gruppe angehört.

Dafür muss man heute nur die Zeitungen aufschlagen: „Katar und Russland 2014: Homosexuelle nehmt euch in Acht!“, „Deutschland 2014: Rechtextreme Übergriffe nehmen 2014 rasant zu!“ oder „Belgien 2014: Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel“.

Beide Formen – Sonderrecht oder Entrechtung – eint eines: Wir denken DOCH in Kategorien, ODER Schubladen ODER Klischees ODER Vorurteile... Und so müssen wir diese Realität wohl anerkennen, aber – und das ist so wichtig – uns ihrer bewusst sein und diese immer wieder aufbrechen, Bewusst- sein schaffen für dieses Denken, um es nicht in eine Ansammlung von Vorurteilen oder sogar Ent- rechtung und Diskriminierung münden zu lassen – Grenzen eben.

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

Wir, das AHG, haben den Ehrgeiz, eine „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zu sein oder zumindest zu werden; so wollen wir unseren Beitrag für das Aufbrechen von Grenzen jedweder Art leisten. Wieso ist es so unglaublich schwer für Viele, Andersartigkeit anzunehmen und noch schwerer zu ver- stehen, und sogar undenkbar aufrichtiges Interesse zu leben?

Und so verstehen Sie hoffentlich meine Begrüßung vom Anfang.

Entgrenzen wir uns und sehen wir uns als Menschen und nicht nur als DEN EINEN oder DIE EINE! Für eine offene Gesellschaft, in der der Mensch zentral ist, brauchen wir Grenzgänger!

Sprengen wir die Grenzen der Schulgruppe „Schule ohne Rassismus“ und schaffen wir gemeinsam Grenzgänger! Tolerieren wir sie und alles in Grund und Boden!

Ach ja, Sie dürfen mir sowieso nicht widersprechen – denn unter uns: Ich hätte das Battle gerade ohnehin gewonnen: Mädchen, Muslima, Migrationshintergrund und das mit den Haarspitzen kenne ich auch - UND das alles auf dem Land...

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